Call: Beiträge für Corona-Monitor-Blog und geplanten Sammelband

Die Corona-Krise entwickelt(e) sich rasant und dynamisch – dies gilt für die Pandemie ebenso wie für die gesellschaftlichen Dimensionen der Krise. Mit der globalen Verbreitung des Virus geht eine globale ökonomische Krise einher, die zu einer Verschärfung sozialer Konflikte und Verwerfungen führen dürfte. Auch in Deutschland bleibt – trotz erster Lockerungen von Maßnahmen zur Eindämmung – weiterhin offen, wie tiefgreifend die COVID-19 Pandemie Gesellschaft verändert. Offenkundig ist jedoch: die bestehende Demokratische Ordnung sowie soziale Errungenschaften werden auf die Probe gestellt, Formen der Vergesellschaftung stehen vor einer Neuaushandlung. Diese wirft die grundsätzliche Frage auf: verstärkt die Coronapandemie bestehende Ungleichheiten und Krisentendenzen und/oder zeigen sich schon jetzt qualitativ andere Formen und Arrangements einer Post-Corona-Gesellschaft? Was bedeuten die gegenwärtigen Entwicklungen für die demokratische Kontrolle der politischen Antworten sowie für emanzipatorische Bestrebungen?
 
Wir laden daher dazu ein, diese Auseinandersetzung zu vertiefen. Wir wünschen uns Blogbeiträge für den Corona-Monitor, ein Best-of planen wir im Herbst in Form eines Sammelbandes zu veröffentlichen. Erwünscht sind sowohl wissenschaftliche Analysen wie auch aktivitische Reflexionen zur Coronakrise. 
 
Beiträge sollen möglichst einen oder mehrere der folgenden Aspekte ansprechen (Bitte bei Einreichung max. 3 Schlagwörter der Liste nennen):
– Auseinandersetzungen um Lohnarabeit
– Auseinandersetzungen in und um den Sozial-/Gesundheitssektor
– Geschlechterverhältnisse und Care-Arbeit
– Auswirkungen auf Migrationsprozesse und Grenzregime
– Wohnungspolitik, Obdachlosigkeit und Schutz vor der Pandemie
– Rassismus und Verschwörungsmythen
– Politik der extremen Rechte in Reaktion auf die Coronakrise
– Sicherheitspolitiken und Polizeipraktiken
– internationale Kooperation oder nationale Abgrenzung
– Veränderungen von Alltag in der Coronakrise, Umgangs- und Bewältigungsstrategien 
– Solidaritäts- und Unterstützungsstrukturen
– Gesellschaftliche Naturverhältnisse als Bedingung für Pandemien
– die Rolle von (Natur)Wissenschaft in politischen Deutungskämpfen
 
Die Länge der Beiträge sollte 15.000 Zeichen (inkl. Leerzeichen) nicht überschreiten. Dem Charakter eines Blogs folgend, möchten wir Autor*innen ermuntern, tagesaktuelle und standpunktartige Beiträge einzureichen. Die Beiträge können gerne analytisch sein, aber nicht rein theoretisch.  Wir wünschen uns Beiträge, die – etwa auf der Grundlage der Datensammlung des Corona-Monitors – konkrete Prozesse und Erfahrungen reflektieren. Das Format ist offen, wir freuen uns neben wissenschaftlichen Beiträgen ebenso über alltagsnahe oder aktivistische Texte sowie ggf. auch künstlerische Beiträge. In der ersten Phase werden angenommene Beiträge auf dem Blog veröffentlicht. Für Herbst ist angedacht, dass die Redaktion eine Auswahl aus allen eingereichten Beiträgen trifft und diese in Form eines Sammelbandes veröffentlicht. Der transcript Verlag hat bereits Interesse an dem Projekt geäußert. 
 
Beiträge einreichen bitte unter: coronamonitor@posteo.de
Hier erreicht ihr uns auch für Rückfragen und Anregungen.
Redaktionalle Deadline zum Sammelband: 15.09.2020
 
Wir freuen uns auf Beiträge.
Die Redaktion des Corona-Monitors
Louisa Bäckermann (Hamburg); Peter Birke (Göttingen); Daniel Mullis (Frankfurt am Main); Daniel Keil (Frankfurt am Main, Köln); Maike Pott (Hamburg); Darius Reinhardt (Frankfurt am Main); Paul Zschocke (Leipzig, Frankfurt am Main)
 
Um die Vielzahl der Entwicklungen zu erfassen haben wir im März 2020 das Crowdsourcing-Projekt Corona-Monitor ins Leben gerufen. Seitdem dokumentieren und strukturieren Wissenschaftler*innen und Aktivist*innen Ereignisse und Analysen gesellschaftlicher und politischer Umwälzungen in der Corona-Krise in einer open source Datenbank. Eine kleine Redaktion macht diese im Blog der breiten Öffentlichkeit zugänglich.